Wossidlo-Haus

Richard Wossidlo wurde 1859 in Friedrichshof, einem Ortsteil von Walkendorf geboren.
Er gilt als Begründer der Volkskunde Mecklenburgs, als einer der "Väter der deutschsprachigen Volkskunde" und als einer der bedeutsamsten Feldforscher der Europäischen Ethnologie.
Diesem großen Sohn der Gemeinde ist das Wossidlo-Haus, eine museale Einrichtung, gewidmet.

Wossidlohaus

Das Haus, ein Landarbeiterkaten erbaut um 1875, gehört in Gemeinsamkeit mit der Alten Ausspanne (1662), dem Gemeindehaus, Kirche und Dorfweiher zur Dorfmitte.
Ab 2003 wurde es durch den Förderverein der Heimat- und Kulturpflege im nördlichen Landkreis Güstrow und mit Hilfe unterschiedlicher Fördermittel von Land und EU sowie zahlreicher Sponsoren aus Walkendorf und Nachbargemeinden behutsam restauriert.

Im Katen sind einige Zimmer als Wossidlo-Museum eingerichtet. Zusammengetragen sind biografische Daten, die aus der Zeit und in Verbindung mit Wossidlos ersten Lebensjahren stehen, aber auch Informatives zu seinen Arbeitsjahren und vor allem zu seinem enormen Sammelgut, seinem Lebenswerk und seiner Forschungstätigkeit.
Insbesondere findet sein überdimensionales Arbeitsmaß und sein Bemühen um die niederdeutsche Sprache Beachtung.

Ausspanne Walkendorf Zettel

Wossidlo wurde im Gutshaus Friedrichshof geboren und in der Walkendorfer Kirche getauft.
1863 starb der Vater, die Mutter zog danach mit ihren Kindern nach Rostock. Nach dem Abitur an der Großen Stadtschule in Rostock 1878 studierte Wossidlo bis 1883 Klassische Philologie in Rostock, Leipzig und Berlin. 1886 bis 1922 wirkte er als Latein- und Griechischlehrer in Waren.

Seine eigentliche Profession galt aber der volkskundlichen Sammlung und Forschung, die er leidenschaftlich über ein halbes Jahrhundert als Privatgelehrter mit vielen Helfern betrieb und für die er sein Vermögen opferte. Er bereiste bis 1939 buchstäblich jeden Ort Mecklenburgs, um das kulturelle Wissen seiner Landsleute aufzuzeichnen. Hierfür notierte er in der Mundart auf handtellergroßen Zetteln, gelegentlich beschrieb er sogar seine Manschetten.
Zusammengekommen sind schließlich zwei Millionen Belegzettel. Eine Sachsammlung von ca. 3000 Gegenständen bildet heute den Fundus des Museums in Schwerin-Mueß.

Alte Ausspanne Walkendorf  ·  Dorfstraße 7  ·  17179 Walkendorf
fon: 039972 / 56192  ·  fax: 039972 / 56192
e-mail: info@ausspanne-walkendorf.de